Monat: Oktober 2015

40 Tage (naja fast)

Gepostet am

Knapp 40 Tage Diät – Eine Bilanz

Es ist inzwischen ja kein Geheimnis mehr, dass ich seit Ende August im Diät-Modus war. Einige haben ja auch schon nachgefragt, was ich denn so geheimnisvolles mache:

Es war die SF – Strength First – Diät (nach Chris Eikelmeier).

Und nein, die dauert nicht zwangsläufig so lang.

Aber erst nochmal auf Anfang:

Warum überhaupt eine spezielle Diät?

Nachdem ich im letzten Jahr zwar mühsam, aber doch am Ende 10 kg abgenommen hatte kam eine schwere depressive Episode. Während dieser musste ich ein Antidepressivum nehmen um überhaupt funktionieren zu können. Und dieses hat für Schokolust gesorgt, die ich sonst so nicht bei mir kenne – der ich aber auch nicht wiederstehen konnte. Dazu kam Zwangspause im Sport, weil meine Schulterschmerzen zu stark waren.

Schwups waren 5 – 6 kg wieder drauf.

Als ich das Medikament absetzen konnte verschwand die Schokolust schlagartig. Klasse – ich schöpfte Hoffnung. Aber ich nahm nur 1 – 2 kg ab. Dann blieb das Gewicht – und das Fett. Frust machte sich breit. Mit entsprechenden Pausen während derer ich einfach nicht mehr im Kaloriendefizit bliebt sondern auf Halten ging. Aber wenigstens das hat funktioniert. Wieder Defizit – ich nahm trotzdem nicht ab. Irgendwann achtet man nur noch auf die Kalorienzahl –aber es wird fast egal womit man diese füllt. (Nicht immer – aber immer öfter).

Immerhin nahm ich nicht zu, das verbuche ich ebenso als Erfolg wie die Tatsache, dass ich immer noch abnehmen wollte und mich nicht auf ein: „geht ja doch nicht“, zurückgezogen habe.

Dann bat ich um einen Tipp – und bekam ihn.

SF Diät… hört sich wie Science Fiction an – und für mich schien es zunächst so. Ob ich es durchziehen würde? Hm, ja ich bin stur aber… – und deshalb habe ich nicht von Anfang gebloggt.

Aber ich hielt durch – 3 Zyklen dieser Diät. Dank meiner Sturheit. Dank meiner Erinnerung, dass Rauchen aufhören vor einigen Jahren noch schwerer war (ich musste das Essen ja nicht komplett aufgeben). Dank des Zuspruchs von euch. Und dank der Tipps, die ich anfangs bekam, gerade was die off – Tage anging (erkläre ich gleich).

Wie sieht diese Diät aus?

Nun, auf mich und mein erstes Ziel (ca. 10% KFA weniger zu haben) hatte ich folgendes ausgerechnet

On-Tage = 108 Protein, 15 g Fett, 20 g Kohlehydrate

Off-Tage = 108 Protein, 20 g Fett, 360 g Kohlehydrate

Break-Tage= im leichten Kaloriendefizit ohne auf die Makros zu achten

Aber das ist nicht alles.

Erlaubt ist nur „artgerechte“ Nahrung (nach Chris Eikelmeier). Das heißt, keine Getreideprodukte, kein Zucker – natürlich auch keine Schokolade. Ich glaube Milchprodukte waren auch nicht auf der Liste – aber ich habe trotzdem Quark gegessen, denn irgendwie musste ich ja die nötige Menge Protein zu mir nehmen. Nur mit Whey und Fleisch war mir das zu schwierig.

An den Break-Tagen habe ich mir dann auch Dinkelvollkornbrötchen gegönnt. Nicht in Massen – sondern jeweils zwei.

So sah also mein Plan in der Zeit aus:

On on off – on on off – on on off – on on – break break

Das habe ich dann 3 x durchgezogen.

Hinzu kommt noch, dass es im Intermittent Fasting Modus gehalten wird, also mit 12 – 16 Stunden Fastenzeit von der letzten Mahlzeit des Tages bis zur ersten Mahlzeit am folgenden Tag. Ging bei mir gut – ich hab zum Teil 20 Stunden Fastenzeit gehabt.

Dann muss das Essen auch noch „erjagt“ werden. Heißt: Vorm Essen soll der Körper richtig in Fahrt kommen, ruhig auch nur für ein paar Minuten.
Krafttraining zur Unterstützung sollte auch sein.

Das mit dem Sport hab bei mir nicht immer geklappt – allein durch eine Erkältung die mich gut 1,5 Wochen davon abgehalten hat. Aber bis auf einige bettlägerige Tage konnte ich wenigstens meine 10.000 täglichen Schritte weiter beibehalten.

Wie ging’s mir dabei?

Nun ja, zu sagen es war alles easy wäre falsch. Tag 10 und 11 waren jeweils schon eine Herausforderung. Und der letzte Durchgang war von Anfang an schwieriger. Vor allem in der Mitte. Den letzten Tag hätte ich auch am liebsten fallen gelassen – aber auch hier half wieder meine Sturheit – vor allem in Hinsicht auf spätere Projekte (egal welcher Art).

Am schwersten waren dabei noch nicht mal die ON-Tage an denen ich nur wenig essen durfte. Die KH-Menge an den OFF-Tagen hat mir viel größere Probleme bereitet.

Bin ich nie schwach geworden?

Nur ein wenig. Einmal hatte ich bei einem Catering eine Spalte Melone und einen Spieß Tomate-Mozzarella genommen. Das aber dann auch entsprechend berechnet. Und einmal war mir der Fisch misslungen – ich hatte nichts als Alternative im Haus und konnte auch nicht einkaufen, weil ich noch einen Termin hatte. An dem Tag hab ich dann 2 Eiweißriegel und 1 Banane „extra“ gegessen (nicht wirklich extra, ich hatte ja nur ein paar Bissen Fisch gehabt)

Was habe ich gelernt?

Abgesehen von der immer besser werdenden Zusammensetzung des Speiseplans habe ich für den Alltag einiges mitgenommen.

Hunger ist nicht schlimm und kann ausgehalten werden (selbst mein Kreislauf hat mitgespielt).

Abnehmen funktioniert bei mir halt zurzeit nicht „auf die sanfte Tour“ – auch das ist okay.

. Es gibt keine Ausreden wie „Catering bei Dienstveranstaltungen“ (da hab ich mit Hinweis auf meine Diät einfach wiederstanden).

Um ein Ziel zu erreichen muss man sich aus seiner Komfortzone raus bewegen

Der Erfolg:

Sf Kurzvergleich

Von 82,9 am 23.08.2015 (wobei ich mir sicher bin, dass davon 500 – 600 g ein Ausrutscher nach oben waren die sich just da gezeigt hatte) auf 75,6 am 01.10.2015.

Würde ich es wieder machen?

Ja.

Ich plane es im November nochmal zu machen. Möglicherweise nur 2 Zyklen. Es sei denn ich nehme jetzt im leichten Kaloriendefizit weiter ab – dann gehe ich den Rest meines Abnahmezieles im nächsten Jahr an. Ich will mich jetzt gerade nicht unter Druck setzen – andererseits brauche ich den wohl.

Aufgeben war keine Option – den Gedanken mich selbst „enttäuschen“ gefiel mir gar nicht. Auch nicht der Gedanke, als zu schwach dazustehen. Vor keinem anderen also vor mir. (Und die, die an mich glaubten wollte ich ja auch „glücklich“ sehen).

Wie geht’s weiter?

Im Moment werde ich bei leichtem Defizit und intermittierendem Fasten bleiben. D. h. 1630 kcal und erst mittags die erste Mahlzeit, mit ca. 1/3 der Tageskalorien, den Rest abends. Geplant sind dabei rund 100 g Protein, bis 150 g KH und 70 g Fett. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Kalorienzahl was taugt und auch nicht ob die Zusammensetzung sinnvoll ist. Hier nehme ich gerne Tipps entgegen.

Bis zum Wochenende werde ich aber einfach nur im Kaloriendefizit bleiben ohne mir über die Makros Gedanken zu machen – quasi Urlaub vom genauen Planen.

Mein Fazit:

Ich habe gelernt, dass ich durchhalten kann. Das ist wohl das wichtigste gewesen.

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